Artgerechte Hundehaltung - SOS-Hundeherzen in Not e.V.

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Mindestanforderungen an artgerechte Hundehaltung

Der Mensch-Hund-Check basiert auf einer in 2008 abgeschlossenen Studie zum wechselseitigen Beziehungsverhalten zwischen Menschen und Hunden, an der über 6.000 Hundehalter teilnahmen. Ein zentrales Ergebnis der Studie: Wie Mensch und Hund miteinander klarkommen, hängt weniger vom Hund als von den Einstellungen und den Verhaltensweisen "am anderen Ende der Leine" ab.

Welche grundlegenden Anforderungen erfüllt werden müssen, um eine artgerechte Hundehaltung sicher zu stellen, fasst die folgenden Aufstellung zusammen.

Zu beachten ist allerdings, dass eine optimale Bedürfnisbefriedigung bei Hunden abhängig ist von der Hunderasse, dem jeweiligen Hundecharakter, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Tieres. Daher sind die nachfolgenden Kriterien lediglich als Mindestanforderungen zu verstehen. 
Sozialkontakt zu Menschen
  • Täglicher Kontakt zu einer konstanten Bezugsperson
  • (Regelmäßiges) Alleinlassen des Hundes maximal einige Stunden am Tag (Voraussetzung: schrittweise Gewöhnung des Hundes an das Alleinbleiben)
Kontakt zu Artgenossen
  • Regelmäßiger Kontakt zu anderen Hunden (Voraussetzung: Hund wurde erfolgreich an den Kontakt mit anderen Hunden gewöhnt)
  • Kontakt soll unangeleint stattfinden
  • Kontakt findet unter der Kontrolle des Hundehalters statt (Halter vergewissert sich, dass andere Hunde ebenfalls friedlich und nicht angeleint sind).
 
Beschäftigung und Auslauf
  • Mindestens 3x tägliches Ausführen des Hundes im Park, im Wald oder auf Feldern und Wiesen
  • Täglich unangeleinter Auslauf (Auslauf im eigenen Garten ist nicht ausreichend)
  • Ausführen darf nicht nur zum Harn- und Kotabsatz dienen; aktive Beschäftigung mit dem Hund (z.B. durch gemeinsames Spielen oder Erziehungsübungen) ist notwendig.
  • Ausmaß und Art der Beschäftigung müssen in Abhängigkeit vom Gesundheitszustand des Hundes und rassebedingten Ansprüchen gestaltet werden (Richtgröße allgemein: täglich mindestens 1-2 Stunden Zeit für Spaziergänge und Auslauf sowie mindestens 1-2 Stunden Zeit für aktive Beschäftigung, Erziehung und Spiel).
Ernährung
  • Fütterung mindestens 1x täglich
  • Frischwasser immer verfügbar
  • Trocken- oder Nassfutter aus dem Fachhandel; falls das Futter selbst zubereitet wird, muss auf eine für Hunde ausgewogene Mischung aus Fleisch, Getreide und Gemüse geachtet werden.
  • Regelmäßige Gewichtskontrolle
Pflege und Gesundheitsprophylaxe
  • Regelmäßige Kontrolle nach Ungeziefer (Zecken, Flöhe, Hautparasiten) und ggf. Entfernung
  • Regelmäßige Kontrolle von Kot, Ohren und Zähnen
  • Regelmäßige Fellpflege (durch bürsten, kämmen, ggf. trimmen oder scheren)
  • Jährlicher Routine-Gesundheitscheck beim Tierarzt, regelmäßige Impfung und Wurmkur
  • Sofortige tierärztliche Kontrolle bei Verhaltensauffälligkeiten oder Verletzungen
Unterbringung
  • Haltung des Hundes im Haus/in Wohnung, keine Zwingerhaltung
  • Freies Bewegen im Haus/in Wohnung (Integration des Hundes in den Wohnbereich)
  • Gewährleistung eines immer verfügbaren Rückzugsorts, wenn der Hund schlafen oder ungestört sein will
  • Schlafplatz im Haus/in Wohnung (z.B. Decke, Korb, Sofa, Bett)
Utensilien und Hilfsmittel
  • Kein Einsatz tierschutzwidriger Erziehungshilfsmittel (wie Teletakt/Stromreizgerät oder Ketten- und Würgehalsbänder)
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